Die südwestliche Insel Santa Maria ist besser unter dem Namen Floreana bekannt und eng mit der spannenden Geschichte der deutschen Auswandererfamilie Wittmer verbunden. Bereits im 18. Jahrhunderten lebten Piraten auf der Insel und das als Poststelle in der Post Office Bay im Norden der Insel eingerichtete Holzfass wurde sogar offiziell in Seekarten aufgeführt. Ein dunkles Kapitel in der Geschichte der Insel ist das 1832 eingerichtete Strafgefangenenlager. So wie diese Periode mit einem Mord endet ranken sich auch abenteuerliche Geschichten um den Iren Patrick Watson oder den Berliner Arzt Karl Friedrich Ritter, der 1929 mitsamt seiner Partnerin Dore Strauch und einem Edelstahl-Gebiss Floreana erreichte. Dieses skurile Paar musste sich die Insel dann wenige Jahre später mit den Rheinländern Heinz und Margret Wittmer und der sogenannten „Baronin“ Wagner-Bosquet samt ihren drei Liebhabern teilen. Rätselhafte Todesfälle in den folgenden Jahren führten immer wieder den Blick der Weltpresse auf das Paradies Galapagos und die Insel Floreana. Ebensoviel Resonanz fand Margret Wittmers 1959 veröffentlichter Roman „Postlagernd Floreana“.
Bis heute stellt die Familie Wittmer mit ihren Nachkommen die einzigen Bewohner der Insel, wenn man einmal von einem kleinen Militärposten und einigen wenigen Fischerfamilien absieht. Die Wittmers betreiben bis heute eine Pension, die zugleich die einzige Übernachtungsmöglichkeit auf der Insel darstellt. Es gibt jedoch Pläne für eine kleine weitere Holzbungalow-Anlage.
Ein Aufenthalt in der Pension der Familie Wittmer ist ein Höhepunkt jeder Galapagos-Reise, wenngleich nur sehr wenige Touristen in den Genuss kommen. Intensiver kann man Galapagos und die Geschichte des Archipels wie seiner ersten Bewohner nicht nacherleben. Die Nachfahrin Erika Wittmer sorgt mit einer deutsch-ecuadorianischen Küche für das Wohl der Gäste und die familieneigene Riesenschildkröte „Solitario“ hat nun bereits viele Generationen der Familie erlebt.
Am langezogenen Strand vor der Pension Wittmer (Puerto Velasco Ibarra) lassen sich zahlreiche grüne Meeresschildkröten beobachten und im Hochland der Insel findet sich eine Gruppe von jungen und mittelalten Riesenschildkröten, deren Vater jeweils „Solitario“ sein soll. Heute leben die Schildkröten unter der Obhut des Nationalparks. Die ursprüngliche Schildkröten-Unterart von Floreana (Geochelone elephantopus elephantopus) gilt aber bereits seit Ende des 19. Jahrhunderts in Folge der Verfolgung durch Piraten und Seefahrer als ausgestorben.
Im August 1932 kommt die Rheinländerin Margret Wittmer mit ihrem Mann und dessen zwölfjährigem Sohn nach Floreana, einer einsamen vulkanischen Insel im Galapagos Archipel. Fernab von den europäischen Wirren wollen sie Land urbar machen und ein neues Leben als Siedler beginnen. Aber der Kampf gegen die Natur ist härter als erwartet. In einer alten von Seeräubern genutzten Höhle, die zunächst als provisorisches Heim dient, bringt Margret ihr erstes Kind zur Welt. Dann wird der Inselfrieden durch mehrere rätselhafte Todesfälle gestört, die unter dem Namen "Galapagos Affäre" die gesamte Weltpresse beschäftigen. 1994 konnte Margret Wittmer auf Floreana, wo ihre vielköpfige Familie noch heute lebt, ihren 90. Geburtstag feiern. Im Jahr 2000 verstarb Margret Wittmer. Ihr Buch dokumentiert ein abenteuerliches Frauenleben fernab der Zivilisation.